Bestimmt ist dir der Begriff „Lerntyp“ schon mal über den Weg gelaufen. Jeder Mensch nimmt neue Informationen unterschiedlich wahr und verarbeitet diese entsprechend auf seine Weise – ergo jeder Mensch lernt anders.

Eine kleine Übersicht der Lerntypen kann dir dabei als Unterstützung dienen, deinen eigenen „Lernstyle“ zu kreieren.

Es ist meiner Meinung nach zudem sinnvoll, sich „trotz“ Tendenz zu einem Lerntyp auch Methoden eines anderen Lerntyps zu bedienen, aber in einer Art und Weise, wie sie für dich gut umzusetzen ist.

Welche Lerntypen gibt es überhaupt?

Im einfachsten Modell der Lernpsychologie werden zunächst 4 verschiedene Typen charakterisiert:

der auditive Lerntyp
der visuelle Lerntyp
der kinästhetische/ haptische Lerntyp
der kommunikative Lerntyp

Bevor ich sie dir gleich einmal vorstelle, möchte ich an dieser Stelle sagen, dass ich kein besonders großer Fan von Schubladendenken bin. Dieses Modell soll dir als Denkstütze helfen herauszufinden, welche Tendenzen du hast und wie du in den systematisierten Lehrveranstaltungen dein eigenes Lernverhalten für dich optimieren kannst.

Der auditive Lerntyp – Lernen durch Zuhören

Dieser Lerntyp hat es besonders leicht in Vorlesungen, in dem er einfach zuhört. Ihm fällt es auch eher einfacher über einen längeren Zeitraum aktiv und konzentriert aufmerksam zuzuhören.
Die Informationen bleiben über das gesprochene Wort besser hängen.
Wenn folgende Sätze auf dich zutreffend sind, dann hast du eine Tendenz zum auditiven Lerntyp:

Ich kann mich gut an Informationen erinnern, die ich an den Wortlaut des Professors knüpfe.
Ich formuliere eine Information erst in meinem Kopf aus, bevor ich sie niederschreibe.
Während einer Lehrveranstaltung schreibe ich eher weniger mit.

Tipp: wenn ich mich für eine Prüfung vorbereite, die bei mir in ausschließlich mündlicher Form stattfinden, dann nehme ich mich auf, wie ich den Lernstoff spreche und höre mir die Aufnahmen an (genial, wenn du unterwegs deine Zeit gut nutzen willst)

Der visuelle Lerntyp – Lernen durch Sehen

Dieser Lerntyp braucht immer etwas zum Angucken: Schaubilder, Grafiken, Tabellen, Symbole.
Hierüber werden die Informationen verknüpft. Für diesen Lerntyp ist es besonders wichtig, dass zum Beispiel eine Präsentation bildstark aufbereitet wurde.

Wenn folgende Sätze auf dich zutreffend sind, dann hast du eine Tendenz zum visuellen Lerntyp:

Schaubilder, Grafiken, Tabellen, Symbole helfen mir mehr als viel Text.
Ich brauche o.g. Materialien, um einem Vortrag folgen zu können.
Ich versehe meine Notizen mit vielen Symbolen und verschiedenen Farben, Einrahmungen und optisch ansprechender Struktur.

Tipp: ich schwöre auf mein Farbensystem. Bei mir haben Hauptkapitel und Unterkapitel feste Unterstreich-Farben, Formelkästen ebenfalls. Dadurch kann ich mich viel besser an das Gelernte erinnern, da ich Farben als zusätzliche Gedächtnisstütze empfinde.

Der kinästhetische/ haptische Lerntyp – Lernen durch praktische Anwendung

Die Devise für diese beiden Lerntypen ist: Learning by doing!
Er verarbeitet die Informationen am besten, wenn er sie selbst ausprobiert hat bzw. diese praktisch umgesetzt hat. Für den haptischen Lerntyp ist es besonders wichtig seine Hände einzusetzen, d.h. die Information wird dadurch abgespeichert, dass er sich einprägt, wie sich etwas anfühlt.

Wenn folgende Sätze auf dich zutreffend sind, dann hast du eine Tendenz zum kinästhetischen/ haptischen Lerntyp:

Vom Zugucken lerne ich nicht, ich muss es selbst einmal gemacht haben.
Für mich steht im Lernprozess besonders die Praxis im Vordergrund.

Tipp: immer alles auch mindestens einmal selbst gemacht haben! Das macht wirkliche einen großen Unterschied.

Der kommunikative Lerntyp – Lernen durch Austausch

Hier wird am besten durch Gespräche gelernt. Die Informationen werden durch Formulierungen in eigenen Worten und durch Diskussionen besonders gefestigt und abgespeichert. Auch das Verständnis eines Sachverhalts ergibt sich erst dadurch.

Wenn folgende Sätze auf dich zutreffend sind, dann hast du eine Tendenz zum kommunikativen Lerntyp:

Ich muss darüber diskutieren, sonst kann ich es mir nicht merken.
Vorträge halten ist eine sehr gute Übung für mich.
Wenn ich Informationen in eigenen Worten wiedergeben kann, habe ich es verstanden.

Tipp: ich finde Diskussionen immer wichtig, da man meistens dabei merkt, wo man noch Lücken hat. Ich empfehle daher regelmäßig Gespräche mit Kommilitonen, Assistenten und Profs.

Ich hoffe, dass dir die Übersicht hilft, für dich eine gute Kombination der verschiedenen Lerntypen-Techniken zu finden und herauszufinden, mit welchen Tools und Strategien du am effektivsten vorankommst.
Auf diese Art und Weise kannst du dein Potential noch viel besser nutzen.

Wie sehen eure Strategien aus? Teilt sie doch gerne in den Kommentaren!

Nächste Woche gebe ich dir ein paar Lernstrategien an die Hand, mit denen du eine große Stoffmenge in komprimierter Zeit gut bewältigen kannst, dich besser konzentrieren und dir Dinge besser merken kannst.

Rock on and fly high

Vanessa